Beim Handel mit Öl als Rohstoff begegnen Ihnen häufig zwei wichtige Öl-Benchmarks: WTI und Brent-Rohöl. Das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen beiden Öltypen ist für fundierte Handelsentscheidungen unerlässlich.
Herkunft und Förderorte
WTI (West Texas Intermediate):
Stammt hauptsächlich aus Ölfeldern in den Vereinigten Staaten
Wird überwiegend aus Bohrlöchern in Texas, Louisiana und North Dakota gefördert
Dient als Benchmark für in den USA gefördertes Rohöl
Brent-Rohöl:
Wird aus Ölfeldern in der Nordsee gefördert
Benannt nach dem ursprünglich von Shell entdeckten Brent-Ölfeld
Dient als internationale Benchmark für die Preisbildung von Rohöl
Physikalische Eigenschaften
WTI:
Wird als „leichtes, schwefelarmes Rohöl“ klassifiziert
Niedrigerer Schwefelgehalt (0.24%)
API-Grad von etwa 39.6° (leichter)
Einfacher und kostengünstiger zu Benzin und Diesel zu raffinieren
Brent:
Wird ebenfalls als „leichtes, schwefelarmes Rohöl“ klassifiziert, ist jedoch etwas schwerer als WTI
Etwas höherer Schwefelgehalt (0.37%)
API-Grad von etwa 38.3°
Im Vergleich zu schwereren Rohölsorten weiterhin relativ einfach zu raffinieren
Preisbestimmende Faktoren
WTI-Preisfaktoren:
Niveau der US-Ölförderung
US-Lagerkapazität (insbesondere in Cushing, Oklahoma)
Nordamerikanische Pipeline-Kapazität
Inländische Verbrauchsmuster in den USA
Brent-Preisfaktoren:
Globale Angebots- und Nachfragedynamik
Politische Stabilität im Nahen Osten und in anderen wichtigen Förderregionen
Förderentscheidungen der OPEC
Internationale Versand- und Transportkosten
Handelsaspekte
Handelszeiten: Sowohl WTI- als auch Brent-Futures-Kontrakte können bei FXTRADING.com zu bestimmten Handelszeiten gehandelt werden. Bitte prüfen Sie die aktuellen Spezifikationen in Ihrem Kundenportal, um die neuesten Informationen zu erhalten.
Kontraktspezifikationen: Die Kontraktgrößen, Margin-Anforderungen und Handelsbedingungen können sich bei WTI und Brent unterscheiden. Prüfen Sie stets die aktuellen Spezifikationen, bevor Sie Positionen eröffnen.
Markteinfluss: Während WTI die Bedingungen auf dem US-Markt stärker widerspiegelt, gilt Brent im Allgemeinen als repräsentativer für die globalen Ölpreise. Etwa zwei Drittel der weltweiten Ölkontrakte beziehen sich auf Brent-Preise.
Historische Preisbeziehung
Historisch wurden WTI und Brent zu ähnlichen Preisen gehandelt, wobei WTI aufgrund seiner höheren Qualität gelegentlich einen kleinen Aufschlag erzielte. Seit 2011 haben strukturelle Veränderungen in der Öltransportinfrastruktur und der regionalen Förderdynamik jedoch zu Zeiträumen geführt, in denen Brent mit einem Aufschlag gegenüber WTI gehandelt wird.
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